Kindergarten zu Hause

Es wird viel über Homeschooling geredet und geschrieben, aber auch eine Menge Kinder im Kindergartenalter sind unter Lockdown-Bedingungen rund um die Uhr bei ihren Eltern. Das kann schöne Momente und mehr Gemeinsamkeiten hervorbringen, aber auch tierisch stressen. Dazu kommt, dass sich viele Eltern Sorgen um das Wohlergehen und die Entwicklung ihrer Kinder machen.

Hier kommen deswegen ein paar Ideen für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, die nicht in den Kindergarten können. Sie haben noch weitere Tipps? Dann schreiben Sie gern an emaus@kinderschutzbund-springe.de.

Rausgehen und Bewegen

Es ist banal und trotzdem sooo wichtig: Kinder brauchen dringend Bewegung und frische Luft. Wer sich draußen ordentlich ausgetobt hat, ist zu Hause nicht so zappelig, kann sich besser auch mal ruhig selbst beschäftigen und schläft abends leichter ein. Und so kann’s gehen:

  • regelmäßig auf auf den Spielplatz, wenn der nicht so voll ist und man gut Abstand halten kann
  • ab in den Wald: Stöcke sammeln, Insekten bestaunen, Berge erklimmen, Ausblicke genießen, Tierspuren entdecken,…
  • Spaziergänge unternehmen – vielleicht auch mit dem Laufrad, dem Roller oder dem Fahrrad
  • gemeinsam kleine Erledigungen machen: Altglas zu Fuß wegbringen, beim SB-Automaten Eier kaufen, zum Briefkasten gehen,…
  • hin und wieder – vielleicht am Wochenende – einen richtigen Ausflug machen und etwas ganz Neues sehen (Ideen dafür gibt es zum Beispiel hier: http://www.deisterkinder.de/index.php/deine-ausfluege)

Anregungen schaffen

Langeweile ist oft eine Voraussetzung für Muße und Kreativität. So entstehen eigene Ideen. Deswegen darf Kind durchaus auch Langeweile haben. Bei einer langen Zeit ganz ohne Input ist aber Unzufriedenheit vorprogrammiert. Deswegen gilt es, auch zu Hause hin und wieder Abwechslung und Anregung bereit zu stellen:

Wenn jemand Zeit hat, sich intensiv zu kümmern:

Wenn eigentlich gerade etwas anderes zu tun ist ist:

  • gemeinsam kochen oder backen (Schon kleine Kinder können super Möhren schälen, Gemüse oder Obst klein schneiden, den Mixer halten, Zutaten in die Schale geben, sogar Eier aufschlagen und und und)
  • im Haushalt helfen (Beim Staubwischen, Aufräumen, Wäsche aufhängen, Abwaschen etc. können kleine Helfer*innen eine Menge lernen!)
  • Oma, Freund, Patentante, Onkel oder jemand anderen Vertrauten anrufen und das Kind allein telefonieren lassen. (Super zum Zahlen lernen: Dem Kind die Nummern diktieren und es selbst wählen lassen!) Natürlich funktionieren auch Video-Anrufe.
  • „Hausaufgaben“ vorbereiten, damit auch das Kind „arbeiten“ kann: Im Internet gibt es reichlich Ausmalbilder und Vorschul-Arbeitsblätter zum kostenlosen Ausdrucken. Werden alle „erledigten Arbeiten“ in eine eigene (selbst gestaltete) Mappe geheftet, hat man irgendwann ein richtiges Lockdown-Archiv.

Gemeinsame Projekte starten

Im Kindergarten gibt es oft Themen, die die Kinder länger begleiten. Das klappt auch zu Hause und muss gar nicht aufwendig sein. So fördert man gleichzeitig verschiedene Kompetenzen und vertieft ein Wissensgebiet. Wie wäre es zum Beispiel mit diesen zu-Hause-Projekten:

  • Märchen: Egal ob die klassischen oder ganz moderne Märchen; diese Geschichten mögen Kinder im Kindergartenalter bestimmt! Dazu kann man wunderbar malen und basteln. Es gibt passende Kinderlieder und viele Verkleidungsmöglichkeiten. Vielleicht lädt das Lieblingsmärchen auch zum Kochen oder Backen (Knusperhäuschen oder süßer Brei?) oder zum Spielen (Schatzsuche, Wettkämpfe?) ein. Super lassen sich eigene Märchen ausdenken: Verschiedene Hauptfiguren, Bösewichte, Helfer*innen und Orte auf Zettelchen schreiben, zusammenknicken, einige Zettel blind ziehen und daraus ein Märchen zusammendichten. Vielleicht gibt es ja sogar einen leeren Karton, der zum Schloss umgebaut werden kann? Wie wäre es mit einem Märchen-Puppentheater?
  • Wochentage: Warum nicht jeden Morgen auf einem Kalender zeigen oder einstellen, welcher Wochentag ist? Solche Kalender kann man auch super selbst basteln – zum Beispiel aus einem Pappteller, der in sieben Tortenstücke eingeteilt wird – für jeden Tag einen – und einem Zeiger aus Pappe, in der Mitte beweglich befestigt, den man auf den aktuellen Tag stellen kann. Symbole können den Kindern helfen, den richtigen Tag zu finden (z. B. eine Mohnblume für den Montag, ein Schreibtisch für den Dienstag etc.) Dazu passt es, das „Sams“ von Paul Maar vorzulesen oder für jeden Wochentag eine bestimmte Freizeitaktvität einzuplanen, die dann auch als Symbol auf den Kalender passt. (Am Montag gehen wir auf den Spielplatz. Am Dienstag kochen wir zusammen Nuden. Am Mittwoch rufen wir Oma an. usw.)
  • Wetter und Jahreszeiten: Wie wäre es mit einer Tabelle, in der jeden Tag gemalt werden kann, wie das Wetter ist? (Sonne, Wind, Regen, Winterjacken-kalt, Sonnenbrilen-warm…) Passend dazu kann ein großes Jahreszeitenblatt gestaltet werden: Frühling, Sommer, Herbst und Winter bekommen je ein Viertel des Blattes oder der Pappe und jeweils werden passende Gegenstände gemalt oder geklebt. Auch zu den Jahreszeiten und zum Wetter gibt es eine Menge Kinderlieder und es lassen sich prima besondere Tage besprechen: Ostern, Weihnachten, Fasching, Geburtstage… Im Frühling passt es, Kresse zu säen, Hasen- und Schmetterlings-Kekse zu backen und die Fenster mit Blumen, Vögeln usw. aus Pappe, Windowcolour oder Transparentpapier zu dekorieren.
  • und noch viel mehr… Egal, wofür sich Kind gerade interessiert (Eisenbahn, Fußball, Superhelden, Prinzessinen, Autos, Pferde, Dinosaurier, den eigenen Körper,…), gibt es bestimmt viele Möglichkeiten mit einem eigenen zu-Hause-Projekt darauf einzugehen.

Kontakte pflegen

Kindergartenkinder haben nur sehr begrenzte Möglichkeiten allein Kontakt zu Menschen außerhalb des Haushalts zu halten. Es lohnt sich, ihnen soziale Kontakte – auch mit Abstand – zu ermöglichen.

  • Bilder, diktierte Briefe, kleine Geschenke und Fotos können für Freunde und Verwandte vorbereitet und gemeinsam zum Briefkasten gebracht werden. Dann findet sich bestimmt auch bald ein lieber Gruß in der eigenen Post!
  • Telefonate mit und ohne Video können von Oma und Opa etc. auch genutzt werden, um ein Buch vorzulesen oder einfach nur, um in Kontakt zu bleiben.
  • Sprachnachrichten oder Nachrichten auf einem Diktiergerät beziehungsweise einer passenden App kann man gemeinsam mit den Kindern aufnehmen und verschicken. So lässt sich auch ein vorgesungenes Lied übermitteln. Wie wäre es mit einem digitalen Tagebuch für die Liebsten in der Ferne?