Beschäftigungsideen 9

Aktiv mit Kindern
Der neuartige Corona-Virus hat unser Leben verändert.
Wir sollen Abstand halten. Schulen und Kindergärten sind noch nicht in den Regelbetrieb zurückgekehrt. Das bedeutet auch: Wir haben mehr Zeit und gerade Kinder bekommen Langweile. Um weiter fröhlich und gesund zu bleiben, brauchen sie jetzt Angebote, wie sie ihre Zeit sinnvoll verbringen können.
Deswegen kommen hier 7 Ideen, wie Eltern und Kinder gemeinsam Spaß haben, Neues lernen und kreativ sein können.

Sie haben mit Ihren Kindern zu Hause oder draußen  in und um Springe tolle Unternehmungen oder Spielideen umgesetzt? Wir wollen regelmäßig neue Tipps veröffentlichen und freuen uns über Ihre Beteiligung: Schicken Sie gern eine Mail mit ihren Beschäftigungsideen, Erfahrungsberichten und vielleicht auch Fotos an: emaus@kinderschutzbund-springe.de

1. Knuspermüsli selber machen

Süße Frühstücksflocken stehen bei Kindern oft hoch im Kurs, aber sie enthalten auch viel Zucker und sind nicht unbedingt ein gesunder Start in den Tag. Super lecker und recht schnell gemacht ist das eigene Knuspermüsli, bei dem man selbst bestimmen kann, wie süß es wird. Zudem ist die Gelegenheit günstig, Kinder mithelfen und mitbestimmen zu lassen: Ein selbst zusammengestelltes Müsli schmeckt doch gleich nochmal so gut!

  • Haferflocken (oder andere Getreideflocken) in eine Schüssel geben und nach Belieben mit gehackten Nüssen mischen. Super schmecken zum Beispiel Haselnüsse, Mandeln, Cashewkerne und/oder Wallnüsse. Auch Kokosflocken, Sonnenblumenkerne, Sesam, Kürbiskerne oder Leinsamen können je nach Geschmack hinzugefügt werden. Es kann auch mit Zimt, Vanille oder andere Gewürzen veredelt werden. Hier ist Mut zum Experimentieren gefragt und Kinder können prima mitentscheiden und zusammenmixen!
  • Nun kommt noch etwas neutrales Öl (zum Beispiel Rapsöl oder Sonnenblumenöl) und Agavendicksaft oder Ahornsirup zu den Haferflocken. Bei 500 g Haferflocken und 300g gehackten Nüssen und Kernen sind etwa 2 EL Öl und 6 EL Sirup oder Dicksaft passend. Das lässt sich aber sehr frei variieren – je nachdem, wie süß man es mag. Alle Zutaten sorgfältig vermischen.
  • Ein Backblech mit Backpapier oder Silikon-Backmatte auslegen und die Haferflocken-Mischung gleichmäßig darauf verteilen. Im Backofen bei ca. 140 Grad Umluft (klappt notfalls auch mit Ober- und Unterhitze) so lange rösten, bis die Haferflocken etwas dunkler geworden sind und die Nüsse lecker duften. Das dauert ungefähr 20 Minuten. Dabei hin und wieder umrühren.
  • Nachdem das Müsli aus dem Ofen geholt und abgekühlt ist, kann es mit Trockenfrüchten, gehackter Lieblingsschokolade, Kakao-Nibs oder weiteren Zutaten, die nicht mitgeröstet werden sollen, vermischt und in Vorratsdosen oder –gläsern verpackt werden.  
  • Das Müsli hält sich luftdicht verschlossen problemlos mindestens drei Wochen und schmeckt prima mit Obst, Quark, Joghurt, Getreidemilch und/oder Kuhmilch. Es macht sich auch prima als Topping für viele Nachtische (Pudding, Obstsalat…).

2. Erdbeeren pflücken

Saisonal, regional, gesund und vor allem total lecker: Es ist Erdbeerzeit! Das bedeutet eine Menge Genuss, kann aber auch Anlass für ein kleines Familienerlebnis sein:

  • Schüsseln, Körbchen oder Eimer hervorkramen und zum nächsten Selbspflück-Erdbeerfeld fahren. (Im Zweifel findet man die auch im Internet.)
  • Vor Ort Behältnis abwiegen lassen (Maske für den Kontakt am Stand nicht vergessen) und mit der ganzen Familie ins Feld abtauchen. Kleine Kinder können manchmal noch nicht so genau einschätzen, welche Erdbeeren schon reif sind, aber es braucht ja auch fleißig Korbträger oder in-den-Korb-Leger. Die roten Schätze anschließend abwiegen lassen, bezahlen und mit reicher Beute nach Hause fahren.
  • Zu Hause kann dann gemeinsam in der Küche gewerkelt werden: Die ersten Erdbeeren gehören natürlich direkt in den Mund, aber vielleicht bleibt genug übrig, um einen Obstquark, oder -joghurt zu versüßen. Zum Nachtisch schmecken auch kleingeschnittene und gezuckerte Erdbeeren mit Sahne und ganz fleißig Pflücker können vielleicht sogar Marmelade kochen oder einen Tortenboden belegen. Am nächsten Morgen kommen die übriggebliebenen Erdbeeren kleingeschnitten ins selbstgemachte Müsli. 😉

3. Buchstaben-Fotos gestalten

Für alle, die schreiben können, – vom Erstklässler bis zum Erwachsenen – ist es ein tolles Kunstprojekt, Buchstaben zu fotografieren und daraus Collagen zu basteln. Das kann eine schöne Überraschung für ein großes oder kleines Geburtstagskind sein, ein lieber Gruß an Menschen, zu denen wir gerade Abstand halten sollen, oder eine kreative und individuelle Wanddekoration.

  • Auf Werbetafeln, Schildern an Geschäften, Verkehrs- und Hinweisschildern etc. im öffentlichen Raum einzelne Buchstaben fotografieren. Wer bekommt das ganze Alphabet zusammen, ohne eine Schriftart doppelt zu haben? Wer kann einen schönen Spruch, den Namen des Adressaten oder eine ganze Grußbotschaft mit den fotografierten Buchstaben bilden?
  • Die Fotos können ausgedruckt und dann per Hand zusammengeklebt oder bereits digital am Computer zu einer Collage verarbeitet werden – egal, ob auf Postkartengröße oder im XXL-Format.
  • Keine Lust auf einen Spaziergang? Nicht alle gesuchten Buchstaben gefunden? Man kann mit dem eigenen Körper oder Utensilien aus dem Haushalt ebenfalls Buchstaben darstellen und fotografieren.

4. Faltbilder malen

Wenn Kind nach drei Monaten Corona-Zeit keine Lust mehr aufs Bilder-Malen hat, ist es vielleicht Zeit für eine neue Technik:

  • Ein Blatt Papier in der Mitte falten und eine Seite mit Wasserfarbe bemalen. Dabei die Farbe mit etwas mehr Wasser verdünnen als sonst. Oder man nutzt Fingerfarbe.
  • Wenn eine Blatthälfte fertig bemalt ist, wird das Papier zusammengefaltet und doe Blatthälften aufeinandergepresst, so dass die Farbe auf die andere Seite abfärbt. Das Blatt wieder auseinanderfalten und das gespiegelte Kunstwerk bewundern. Wer an seinem Kunstwerk länger arbeitet, kann auch zwischendurch schonmal auf die andere Seite stempeln.
  • Weil die Bilder besonders schön gelingen, wenn einfach schöne – vielleicht sogar ineinanderlaufende – Farben und Formen aufs Papier gebracht werden und es nicht darum geht, ordentlich und detailreich zu zeichnen, ist diese Kreativtechnik schon für kleine Kinder toll. Fortgeschrittene gestalten Schmetterlinge oder entwickeln ganz neue Ideen.

5. Witzige Gänge erfinden

Wer den Monty Python-Sketch mit dem „Ministry of Silly Walks” kennt, hat es bestimmt auch schon ausprobiert: Es ist superwitzig, sich eigene, möglichst verrückte Gangarten auszudenken. (Wer den Sketch noch nicht kennt, findet ihn und damit einige Gang-Inspirationen hier.) Das ist auch eine Möglichkeit auf Spaziergängen die Kinder zum Weiterlaufen zu motivieren oder die Stimmung aufzubessern.

  • Jeder versucht sich auf möglichst einzigartige Weise fortzubewegen. Dabei dürfen Beine und Arme verrückt geschwungen werden, unnötige Drehungen oder dynamische Ganzkörperverkrümmungen inklusive. Profis schaffen es, die verrückten Bewegungen eine Weile durchzuhalten.
  • Gelungene Gang-Erfindungen können von den anderen Gang-Künstlern nachgeahmt werden. (Oft gar nicht so leicht!) Wer mag, versucht bei der Aktion nicht zu lachen. Eine besondere Herausforderung sind die witzigen Gänge, wenn unbeteiligte Passanten irritiert oder belustigt gucken. 😉

6. Draußen übernachten

Auch, wenn dieses Jahr viele ihre Urlaubsreise absagen oder verschieben mussten: Der Sommer ist da! Das lässt sich auch zu Hause genießen. Ein großes Abenteuer ist zum Beispiel die Übernachtung im Freien.

  • Wenn das Wochenende (oder die Sommerferien) langes Aufbleiben erlauben und der Wetterbericht weder Regen noch verhältnismäßig kalte Temperaturen oder starken Wind vorhersagt, spricht nichts mehr gegen eine draußen-Nacht. Der Klassiker ist das Zelt im Garten, aber es geht auch mit einer Luftmatratze auf dem Balkon.
  • Wer keine Möglichkeiten hat, zu Hause und gleichzeitig draußen zu schlafen oder das einfach nicht mag, der kann eine große Portion Abenteuer auch dann erleben, wenn er mit Schlafsack oder Wolldecke ein wenig in den Wald läuft und die Abenddämmerung dort abwartet, aber zum Schlafen wieder nach Hause zurückkehrt.  
  • Gerade, wenn es dunkel wird, werden die Ohren richtig wach und es lässt sich vieles erlauschen – ein bisschen Nervenkitzel inklusive. Übrigens schmeckt auch ein vorbereiteter Tee tausendmal besser, wenn er draußen im Dunkeln getrunken wird!

7. Schatzsuchen drinnen veranstalten

Gegen schlechtes Wetter und Langeweile hilft nur eine gute Idee. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Schatzsuche zu Hause. Die macht mit Geschwistern Spaß …oder mit einem Elternteil.

  • Zunächst wird ein Gegenstand zum gesuchten Objekt erklärt. Das kann ein Kuscheltier, eine Zitrone, ein bestimmter Stift oder ein Spielzeugauto sein. Ganz egal! Je kleiner der Gegenstand, desto schwieriger das Spiel. (Umso kleiner das Kind, desto größer also am besten der Gegenstand.)
  • Jetzt schaut einer weg, der andere versteckt den Gegenstand – evtl. in einem vorab abgesprochenen Teil der eigenen vier Wände. Ist der Gegenstand versteckt, kann losgesucht werden. Nach erfolgreicher Suche werden Aufgaben getauscht.
  • Das Versteck ist zu gut? Wie wäre es, wenn der Sucher bzw. die Sucherin Fragen nach dem Versteck beantwortet bekommt – aber nur mit „ja“ und „nein“?
  • Natürlich können auch gleich mehrere Gegenstände in einer Runde versteckt werden. Und wenn das Wetter gut ist, lässst sich das Spiel auf dem Spielplatz, im Garten oder im Park wiederholen.

Viel Spaß! …und bis nächste Woche mit neuen Beschäftigungsideen.