Beschäftigungsideen 7

Aktiv mit Kindern
Der neuartige Corona-Virus hat unser Leben stark verändert.
Wir sollen zu Hause bleiben. Das bedeutet auch: Wir haben viel Zeit und gerade Kinder bekommen Langweile. Um weiter fröhlich und gesund zu bleiben, brauchen sie jetzt Angebote, wie sie ihre Zeit sinnvoll verbringen können.
Deswegen kommen hier 7 Ideen, wie Eltern und Kinder gemeinsam Spaß haben, Neues lernen und kreativ sein können.

Sie haben mit Ihren Kindern zu Hause oder draußen  in und um Springe tolle Unternehmungen oder Spielideen umgesetzt? Wir wollen regelmäßig neue Tipps veröffentlichen und freuen uns über Ihre Beteiligung: Schicken Sie gern eine Mail mit ihren Beschäftigungsideen, Erfahrungsberichten und vielleicht auch Fotos an: emaus@kinderschutzbund-springe.de

Übrigens: Der Kinderschutzbund Niedersachsen lädt wöchentlich Videos hoch, die Eltern (nicht nur) im stressigen Corona-Alltag unterstützen. Das neue Video beschäftigt sich mit dem Thema „Achte auf die positiven Seiten deines Kindes“.

1. Pfeil und Bogen bauen

Okay, so richtig gut schießen kann man mit selbstgebautem Bogen nicht, aber super spielen lässt sich damit auf jeden Fall.

  • Einen biegsamen Ast aussuchen – zum Beispiel auf einem Spaziergang – und mit einer Schnur (Paketband, feste Wolle,…) einen Bogen bauen.
  • Dünne Äste können mit einer kleinen eingeschnitzten Kerbe zum Auflegen auf die Sehne des Bogens als Pfeile dienen.
  • Jetzt lässt es sich wunderbar Indianer spielen. Richtig begabte Bogenbauer schaffen es vielleicht sogar die Pfeile fliegen zu lassen. – Natürlich nicht auf Menschen oder Tiere, aber auf aufgestellte Plastikflaschen oder einfach um die Wette. Wer schafft es am weitesten?

2. Barfuß gehen

Noch eine Idee, um den Spaziergang oder die Wanderung für Kinder noch etwas attraktiver zu gestalten:

  • Den Boden gut anschauen: Liegen Scherben herum oder wachsen Dornen? Nein? Dann spricht nichts dagegen unterwegs einfach mal die Schuhe und Socken ausziehen und die Umgebung auch mit den Füßen zu erspüren. Das macht durch Regenpfützen genauso Spaß wie auf staubigem Sommerboden.
  • Es lassen sich verschiedene Untergründe ertasten (Kies, Waldboden, Asphalt, Wiese… ), wenn man gleich mehrmals auf einem Spaziergang die Schuhe in die Hand nimmt.   

3. Grußkarten basteln

Gerade, wenn wir nicht persönlich vorbeikommen können, freuen sich Freunde und Verwandte bestimmt über persönliche Post. Wie wäre es gleich ein Bastel-Projekt daraus zu machen und Grußkarten selbst zu basteln?

  • Pappkarten zum selbst gestalten gibt es fertig zu kaufen. Genauso gut kann man aber auch aus Pappe selbst welche basteln. (Im Zweifel einfach eine Postkarte als Schablone nutzen.)
  • Nun sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Kleine Kinder stempeln einen Handabdruck mit Fingerfarbe auf die Vorderseite der Karte oder malen ein schönes Bild auf ein Blatt Papier, das anschließend zugeschnitten und aufgeklebt wird. Ältere haben vielleicht Lust, Luftballons, Wimpel oder Kerzen und Flamme aus buntem Papier (oder bunt gemaltem Papier) auszuschneiden und auf die Karte zu kleben. Mit einem dünnen Stift kann dann ergänzt werden, was noch fehlt (Docht, Schnur,…). Natürlich können auch Fotos aufgeklebt oder schöne Sprüche in schicker Schrift die Karten zieren. Es gibt sicherlich tausend Möglichkeiten.
  • Wenn die Karte per Post verschickt werden soll und die Karte sehr dunkel ist, kann man die Adresse auch auf ein passend geschnittenes weißes Blatt Papier schreiben und auf die Karte kleben. Dann fehlt nur noch die Briefmarke. Wenn es die Karte nicht weit hat, kann sie auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Ziel-Briefkasten gebracht werden. 

4. Knickgeschichten erfinden

So ähnlich wie die Knickbilder (Beschäftigungsideen 1) lassen sich mit allen Kindern, die schon lesen und schreiben können, auch Knickgeschichten erfinden. Das klappt zu zweit und auch in größeren Gruppen.

  • Jeder bekommt ein Blatt Papier und schreibt den Anfang einer Geschichte. Dafür hat jeder drei Minuten Zeit (Alternativ kann man die Regel einführen, dass immer zwei Sätze oder eine bestimmte Anzahl Zeilen geschrieben werden dürfen.)
  • Nun wird das Papier so nach hinten geknickt, dass nur noch die letzten ein oder zwei Zeilen des Geschriebenen zu sehen sind und an den Sitznachbar bzw. die Sitznachbarin weitergegeben.
  • Wenn alle einen fremden und umgeknickten Geschichtenanfang erhalten haben, werden jeweils nur die letzten, sichtbaren und nicht umgeknickten Zeilen durchgelesen und die Geschichte fortgeführt. Die umgeknickten Zeilen bleiben geheim.  Nach drei Minuten (zwei Sätzen o. Ä.) wird dann wieder alles Geschrieben nach hinten umgeklappt, so dass nur die allerletzte(n) Zeile(n) des zweiten Geschichten-Teils sichtbar bleibt, und weitergegeben.
  •  So verfährt man immer weiter bis das Blatt voll ist, jemand keine Lust mehr hat oder eine vereinbarte Zeit verstrichen ist. Jetzt knicken alle die Geschichte, die sie gerade vor sich liegen haben auf und nacheinander werden die Knickgeschichten vorgelesen. Da passt bestimmt einiges nicht zusammen, aber meistens gibt es viel zu lachen. (Und die Rechtschreibung ist bei diesem Anlass ganz egal.)
  • Knickgeschichtenschreiben ist sehr kreativ, aber die Ergenisse sind ziemlich chaotisch (und lustig). Wer gemeinsam sinnvollere Geschichten schreiben will, kann auch einfach auf das Umknicken verzichten. Dann kann man die ganze Geschichte lesen, bevor man sie weiterführt.

5. Ohne Hände essen

Es ist gar nicht so einfach und verstößt garantert gegen die Tischmanieren, macht aber auch richtig Spaß, wenn es ausnahmsweise mal erlaubt ist: Ohne Hände essen.

  • Beim Essen kann man die Hände auch einfach mal auf den Rücken legen und das Gesicht in den Teller tauchen. Das sind natürlich keine guten Manieren, aber wenn man es zu einem besonderes Event macht, kann die ganze Familie ordentlich Spaß haben.
  • Achtung! : Nicht alle Speisen sind  für das händefreie Essen geeignet. Suppen sind naturgemäß schwierig ohne Löffel zu essen. Scharf gewürztes Essen oder zu viel Knoblauch können in der Nase und den Augen brennen. Tipp: Spaghetti mit gedünstetem Gemüse und/oder geriebenem Käse oder Reispfannen mit Gemüse.
  • Speisen die langlebige Flecken hinterlassen, sind ebenfalls nicht zu empfehlen, weil Spritzer auf den Klamotten manchmal nicht zu vermeiden sind. Sehr praktisch ist händefreies Essen an warmen Sommertag, wenn man für die Mahlzeit einfach das T-Shirt ausziehen kann.
  • Sicher wird das Essen auf diese Weise sehr lustig – besonders, wenn auch die Eltern mitmachen – und eine ganz neue Erfahrung. Wem das händefreie Essen zu weit geht, hat vielleicht Lust das Besteck im Schrank zu lassen und einfach mal mit den Händen zu essen?!

6. Die Burg Hallermund erkunden

Ganz in der Nähe des Jagdschlosses stand bis vor etwa 600 Jahren die Burg der Grafen von Hallermund. Viel ist davon zwar nicht übrig geblieben, aber als Ziel für eine Wanderung und ein bisschen Abenteuergefühl reichen die Überreste der Burg auf dem Hallermundskopf noch heute aus.

  • Zu Hause auf der Wanderkarte (z. B. hier) schauen, wo das Auto oder die Fahrräder geparkt werden können und welchen Weg man zum Hallermundkopf nehmen möchte. Vielleicht ein bisschen Proviant einpacken und los geht’s!
  • Wer zu Fuß nicht so gut ist, kann vom Jagdschloss aus relativ schnell zur Burgruine gelangen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten – etwa ein Start an der Abzweigung Wisentgehege.
  • Auf Wanderwegen geht es bis zur Ruine. Die letzten Meter schlängelt sich ein Trampelpfad nach oben. Es lassen sich noch Mauerreste erahnen und ein schönes Ausblick auf Springe genießen. Das ist auch ein toller Ort für ein Picknick. Mit dem geschichtlichen Hintergrund der Burg (am Fuße des Hügels steht auch eine Info-Tafel) lassen sich bestimmt viele Kinder für das Ausflugsziel begeistern.

7. Musikinstrumente bauen

Im Kindergarten und in der Grundschule wird oft gesungen. Wenn das wegfällt, sind die Eltern gefragt: Familien macht Musik! Das wird noch spannender, wenn selbstgebastelte Musikinstrumente zum Einsatz kommen:

  • Es gibt zwei Möglichkeiten beim selbst Herstellen von Musikinstrumenten: Ganz einfach ist es, Alltagsgegenstände umzufunktionieren. Zwei Holzlöffel können als Klanghölzer genutzt werden oder auf einen Topf geschlagen zur Trommel werden. Wer im Haushalt sucht, findet bestimmt noch mehr verborgene Musiktalente!
  • Ganz schnell sind aber auch neue Instrumente zusammengestellt: Ein paar Kronkorken in einem Schraubglas sind eine tolle Rassel. Oder ein Pappbecher wird angemalt, mit Reis, Haferflocken, kleinen Nudeln oder Holzkugeln gefüllt und Frischhaltefolie oder Butterbrotpapier über die Öffnung geklebt – fertig ist die individuelle Rassel. Mehrere solcher Rasseln mit verschiedenem Inhalten laden schon ganz kleine Kinder zum Hör-Erkunden ein. Für die Allerkleinsten (und natürlich auch Ältere) lassen sich auch kleine Plastikflaschen mit Reis, Wasser und Sand füllen.
  • Ältere Kinder können Wassergläser oder Glasflaschen verschiedenen hoch mit Wasser füllen und mit einem Löffel zum Klingen bringen. Wer schafft es auf diese Weise eine Melodie zu spielen?
  • Sicherlich finden sich noch viele andere Möglichkeiten für selbstgebastelte Instrumente und dann fehlt nur noch der Gesang für einen bühnenreifen Auftritt der ganzen Familie!

Viel Spaß beim Ausprobieren!
…und bis nächste Woche mit weiteren Beschäftigungsideen.