Beschäftigungsideen 6

Aktiv mit Kindern
Der neuartige Corona-Virus hat unser Leben stark verändert.
Wir sollen zu Hause bleiben. Das bedeutet auch: Wir haben viel Zeit und gerade Kinder bekommen
Langweile. Um weiter fröhlich und gesund zu bleiben, brauchen sie jetzt Angebote, wie sie ihre Zeit
sinnvoll verbringen können.
Deswegen kommen hier 7 Ideen, wie Eltern und Kinder gemeinsam Spaß haben, Neues lernen und kreativ sein können.

Sie haben mit Ihren Kindern zu Hause oder draußen  in und um Springe tolle Unternehmungen oder Spielideen umgesetzt? Wir wollen regelmäßig neue Tipps veröffentlichen und freuen uns über Ihre Beteiligung: Schicken Sie gern eine Mail mit ihren Beschäftigungsideen, Erfahrungsberichten und vielleicht auch Fotos an: emaus@kinderschutzbund-springe.de

Übrigens: Der Kinderschutzbund Niedersachsen veröffentlicht wöchentlich Videos mit wertvollen und praxistauglichen Tipps für Familien (nicht nur) im Corona-Stress. Das erste Video dreht sich um das Thema „Kraft tanken“.

1.     Rindenbilder pausen

Rausgehen ist weiterhin die beste Kinderbeschäftigung überhaupt: Frische Luft, Platz zum Spielen, Rennen und Toben, geringe Ansteckungsgefahr und viele Möglichkeiten sich zu beschäftigen gibt es vor allem im Wald. (Übrigens: Wer auf dem Spaziergang oder der Wanderung ein Highlight braucht, der kann inzwischen sehr gut wieder die bekannten Ausflugslokale mit Außengastronomie ansteuern. Viele verkaufen auch Speisen und Getränke zum Mitnehmen.) Mit kleineren Kindern ist man immer gut beraten, bei Bedarf schnell noch eine Beschäftigung parat zu haben – zum Beispiel Rindenbilder pausen:

  • Papier und Wachsmaler einpacken und bei müden Beinen oder sinkender Laune unterwegs auspacken.
  • Einen schönen Baum aussuchen und das Papier an seinen Stamm drücken. Nun mit dem Wachsmaler das Bild großflächig anmalen: Es erscheint die abgepauste Rinde des Baumes. Das funktioniert auch prima mit unterwegs gesammelten Blättern, deren Struktur man Ruhe ebenfalls abpausen kann. Dafür die Blätter am besten mit der Oberseite auf eine gerade Fläche legen und die Rückseite abpausen.
  • Die durchgepausten Naturbilder lassen sich gut als individuelles Geschenkpapier verwenden. Zudem kann man die Rindenbilder verschiedener Baumsorten vergleichen und zu Hause eine Galerie aufbauen, in der die Naturbilder für ein paar Tage präsentiert werden – zum Beispiel mit Klebestreifen an einer Zimmer- oder Schranktür.

2.     Ein eigenes Spiel ausdenken

Wenn alle vorhandenen Gesellschaftsspiele genug gespielt sind, lässt sich ganz schnell ein eigenes ausdenken und gestalten. Das spart nicht nur Geld und Ressourcen, sondern macht auch noch Spaß und ermöglicht ganz eigene Interessen und Ideen umzusetzen: Die liebsten Buch- oder Fernsehhelden können in ihrer Welt um den Sieg spielen, die Schwierigkeit  und Spieldauer gewählt werden – und man kann sogar Schulaufgaben einbauen, wenn man mag. (Dann werden auf den Ereigniskarten eben Matheaufgaben oder Hauptstädte abgefragt und wer die richtige Antwort weiß, darf noch einmal würfeln, drei Felder vorrücken oder….)

  • Ein Spielfeld wählen und aufzeichnen. Wer es ganz einfach mag oder mit dem Spiele-Erfinden gerade erst anfängt, nimmt vielleicht das Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielfeld, bei dem die Grundstruktur schon einmal vorgegeben ist und  das sich sogar aus dem Internet ausdrucken lässt – zum Beispiel hier: https://www.kribbelbunt.de/fileadmin/user_upload/bastelvorlagen/mensch-aergere-dich-nicht-spielfeld-vorlage.pdf
  • Nun wird eine Geschichte zum Spiel erdacht (epischer Kampf oder doch die Lieblingshelden im Wettstreit?) und das Spielfeld entsprechend ausgestaltet. Gibt es Ereignisfelder und passende Ereigniskarten, die mit alten Visitenkarten, Karteikarten oder selbst geschnipselten Papp- oder Papierkärtchen schnell gestaltet sind? Gibt es andere Sonderfelder? (Gefängnisse, auf denen man aussetzen muss, Würfelduell-Felder,…) Was bedeuten sie genau?
  • Nun müssen noch die übrigens Spielregeln erarbeitet werden. Zum Beispiel: Mit wie vielen Figuren wird gespielt? Wann hat man gewonnen? Mit wie vielen Würfeln wird gespielt? Kann man bei zwei Würfeln die Würfelzahlen auf verschiedene Figuren aufteilen?
  • Würfel und Spielfiguren lassen sich aus anderen Gesellschaftsspielen ausleihen – oder man nutzt kleine Figuren aus der Spielzeugkiste.
  • Jetzt fehlen nur noch Mitspieler und schon kann’s losgehen! Sollten Fragen zu den Regeln aufkommen, können die auch noch während des Spiels beantwortet werden, solange die Regeln für alle Mitspieler gleich sind. Wenn das Spiel wider Erwarten zu lange dauert oder aus einem anderen Grund nicht so viel Spaß macht, lassen sich die Regeln schnell anpassen oder neu gestalten. 

3. Outfits schnipseln

Werbung, Zeitschriften oder Ähnliches gibt es in fast jedem Haushalt und wenn die ausgelesen sind, müssen sie nicht gleich ins Altpapier. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Schreiben von Schnipsel-Gedichten (s. Beschäftigungsideen 5) oder dem Entwerfen von eigenen Outfits?

  • Kleidungsstücke ausschneiden (Ober, Unterteile, Schuhe, Taschen etc. einzeln ausschneiden, wenn möglich).
  • Neue Kombinationen ausprobieren und gut gelungene Outfits auf Papier aufkleben. Dabei ist es nicht so wichtig, ob die Größe der einzelnen Schnipsel wirklich zusammenpasst. Vielleicht lassen sich Kombinationen für verschiedene ausgedachte Menschen zusammenstellen, die dann Ausgangspunkt für selbst ausgedachte Geschichten werden? Oder die Outfits werden realen Freunden und Freundinnen, Bekannten und Familienmitgliedern zugeordnet.
  • Wen Klamotten nicht interessieren, der hat vielleicht Lust, auf dem Papier eine Wohnung mit ausgeschnittenen Möbeln, Blumen etc. einzurichten. Oder finden sich genug Fotos von Autos, um ein eigenes Modell zusammenzustellen? Wer kann aus Augen, Mündern, Nasen, Ohren und Frisuren die witzigste Kopf-Collage erstellen?

4. Fingerstricken üben

Für Handarbeiten ist meist große Geduld und Frustrationstoleranz gefragt. Das schreckt viele Kinder ab. Fingerstricken ist aber schnell gelernt und gar nicht schwer. Man braucht nur zwei Hände und Wolle.

  • Die Stricktechnik zu erklären, ist ohne Bild ziemlich schwierig, deswegen ist vermutlich der Hinweis auf ein Erklär-Video an dieser Stelle schlauer: https://www.youtube.com/watch?v=beLoPNNh2MU
  • Die entstandenen Strick-Schnüre sind übrigens super Material, um Laternenmasten oder Bäume zu verzieren (Stichwort: Guerilla Knitting). Toll sind schmale Strick-Schnüre zudem auch als Bändchen für selbstgebastelte Lesezeichen.

5. Schattentheater veranstalten

Mit einem Schattentheater lassen sich Kinder ganz leicht begeistern und zu Kreativität anregen. Egal, ob als Zuschauer (schon für die ganz Kleinen ein tolles Erlebnis) oder als kleiner Schattenspieler lohnt sich diese Aktion für sie:

  • Den Raum möglichst abdunkeln und eine einzige helle Lichtquelle wie eine Schreibtisch- oder Nachtischlampe so aufstellen, dass man auf einer großen Fläche (leeres Wandstück, Schranktür…) einen Schatten werfen kann.
  • Jetzt gilt es kreativ zu werden: Aus geschickt geformten Händen werden Hasen, Vögel, Hunde und andere Figuren – vielleicht auch ein Baum, ein Hause oder eine Blume. Wer schafft es, dass sich die Schattenfiguren realistisch bewegen? Wer erkennt die neuesten Erfindungen der anderen?
  • Wem es nicht genügt, Figuren zu erfinden und zu bewegen, denkt sich Geschichten aus und erweckt seine Schattenwelt zum Leben.  Das ist am lustigsten, wenn alle gemeinsam mitspielen und die Handlung improvisieren.

6. Brotgesichter gestalten

Ein Butter-, Käse- oder Wurstbrot gewinnt Geschmack und Attraktivität, wenn es ein bisschen mit Kräutern, Obst, Gemüse und/oder Soßen aufgepeppt wird.  Wenn man dabei noch Bilder auf die Brote zaubert, steht einem „Wow-Effekt“ nichts mehr im Wege.

  • Ein Brot mit einer Grundlage (Butter, Käse, Wurst) belegen oder bestreichen und Obst (Apfel, Weintrauben, Erdbeeren…)  oder Gemüse (Gurken, Tomaten, Paprika, Kohlrabi, Mairübchen, Frühlingszwiebeln, Radieschen…)  Kräuter (Schnittlauch, Petersilie, Dill,…) und/oder Soßen (Ketchup, Senf, Mayonnaise, Pesto, Grillsoßen, …) aussuchen. Natürlich können auch gekochte Eier, Fisch in verschiedenster Form und alles, was man sonst noch aufs Brot mag, verwendet werden.
  • Obst und Gemüse sowie Kräuter so klein schneiden, dass sie sich besonders kreativ verarbeiten lassen (Scheiben, Stückchen, Spalten,…) und auf das Brot bzw. den Teller drumherum so drapieren, dass ein Bild entsteht. Brotgesichter sind die Klassiker, aber bestimmt lassen sich auch Blumen, Häuser und vieles mehr gestalten.
  • Die fertigen Kunstwerke können nun den kleinen Genießern präsentiert und gemeinsam verspeist werden. Wer mehr will, baut ein „Künstler-Büffet“ mit vorbereiteten Zutaten auf und lässt die Kinder selbst kreativ werden. Besonders gut gelungene Werke unbedingt fotografieren, bevor sie in den Bauch wandern.

7. Kartoffeldrucke herstellen

Noch so eine Kreativtechnik, die fast jeder kennt, aber bestimmt viele lange nicht mehr genutzt haben: Aus Kartoffeln werden im Handumdrehen individuelle Stempel und aus einem leeren Blatt Papier ein kleines Kunstwerk:

  • Kartoffel halbieren und den Rand der Schnittfläche so einschneiden, dass sich ein Stempel ergibt. Dabei kann auch eine Keksausstechform helfen: Einfach die Ausstechform in die Schnittfläche der Kartoffel drücken und mit einem scharfen Messer alles wegschneiden, was um die Ausstechform übrig geblieben ist. Form von der Kartoffel ziehen. Fertig. Das schaffen auch Grundschüler mit etwas Hilfe.
  • Mit Acrylfarbe, Fingerfarbe oder eine anderen geeigneten Farbe das Motiv einschmieren und auf Papier stempeln. (Wenn Mama oder Papa die Stempel herstellen, macht das auch schon Kindergartenkindern Spaß.)
  • Wenn die Abdrücke getrocknet sind, lässt sich mit Buntstiften das Bild vervollständigen, wenn man mag.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
…und bis nächste Woche mit weiteren Beschäftigungsideen.